SpeedFusion Boost: Wie Peplinks neuer Bonding-Algorithmus alles verändert

TL;DR: SpeedFusion Boost ist ein Per-Profile-Durchsatzoptimierer, der mit Peplink Firmware 8.6.0 (GA am 29. Juli 2026) ausgeliefert wird. Er verhindert, dass ein einzelner instabiler WAN-Link — ein Starlink-Terminal während des Handovers, eine 5G-Zelle bei Überlastung, eine Funkstrecke bei Starkregen — den Durchsatz eines gesamten SpeedFusion-Bonds kollabieren lässt. In einem Feldbericht von Connectivity101 wurden mit aktiviertem Boost annähernd 1,5 Gbps über gebündelte Starlink-Terminals erreicht. Das Feature ist nicht standardmäßig aktiviert; Administratoren schalten es pro SpeedFusion-Profil nach Tests frei. Dieser Artikel behandelt den Algorithmus, das gelöste Problem, die Isolation instabiler Links, Praxis-Performance, unterstützte Hardware und die Entscheidung zwischen Boost und WAN Smoothing.
Was ist SpeedFusion Boost und wie funktioniert es?
SpeedFusion Boost ist eine neue Durchsatz-Optimierungsschicht innerhalb von Peplinks SpeedFusion-Bonding-Engine, eingeführt in Firmware 8.6.0. Um zu verstehen, was Boost leistet, muss man zunächst die Basis verstehen, auf der es aufsetzt: Dynamic Weighted Bonding (DWB).
SpeedFusion nutzt seit jeher DWB, um Datenverkehr über mehrere WAN-Links innerhalb eines gebündelten Tunnels zu verteilen. DWB bewertet kontinuierlich die Performance jedes Links — es misst Latenz, Jitter, Paketverlust und verfügbaren Durchsatz — und passt an, wie viel Verkehr es über jeden Pfad schickt. Eine Glasfaserstrecke mit 5 ms Latenz und null Verlust erhält ein höheres Gewicht als eine überlastete 5G-Verbindung mit 80 ms und 2 % Verlust. Das unterscheidet Peplink-Bonding grundlegend von einfacher Round-Robin- oder statischer Lastverteilung: Die Verteilung ist dynamisch und datengetrieben.
SpeedFusion Boost hebt diese Architektur auf die nächste Stufe. Während DWB die Verkehrsverteilung anpasst, verändert Boost, wie der Tunnel reagiert, wenn ein oder mehrere Links im Bond instabil werden — nicht nur langsam, sondern aktiv verlustbehaftet oder erratisch. Denken Sie an Satelliten-Handover, temporäre Obstruktionen, Basisstationsüberlastung oder witterungsbedingte Verschlechterung. Unter Standard-DWB kann ein einzelner Link mit einem Paketverlust-Burst oder einem Latenz-Spike Retransmissions und Head-of-Line-Blocking auslösen, die sich durch den gesamten Tunnel fortpflanzen und den aggregierten Durchsatz weit unter die Summe der verbleibenden gesunden Links drücken.
Boost greift auf Profilebene ein. Wenn das Verhalten eines Links einen Instabilitäts-Schwellwert überschreitet, reorganisiert Boost, wie der Tunnel diesen Link verwendet — seine Beteiligung am aktiven Durchsatzpfad des Bonds wird reduziert, während er weiterhin für Redundanz und Failover verfügbar bleibt. Die verbleibenden stabilen Links transportieren weiterhin Verkehr mit voller Kapazität, ohne durch die Retransmission-Overhead des degradierten Links ausgebremst zu werden.
Entscheidend: Boost ist ein Per-Profile-Schalter, keine globale Einstellung. Jedes SpeedFusion-Profil kann Boost unabhängig aktiviert oder deaktiviert haben — Administratoren erhalten granulare Kontrolle darüber, welche Tunnel von der Optimierung profitieren.
Das Problem, das es löst — variable Latenz bei Starlink und 5G
Das Netzwerkproblem, das SpeedFusion Boost adressiert, ist nicht neu — aber es hat sich mit dem Aufstieg von LEO-Satellitenverbindungen und 5G als Enterprise-WAN-Links dramatisch verbreitet.
Betrachten Sie ein typisches Deployment: Eine Außenstelle bündelt mehrere Starlink-Terminals und eine 5G-Verbindung über einen Peplink-Router. Unter guten Bedingungen liefert jeder dieser Links drei- bis niedrig-vierstellige MBit/s; der gebündelte Tunnel sollte deren Kapazitäten nutzbar zusammenführen.
Aber Starlink ist nicht Glasfaser. LEO-Satellitenverbindungen erleben mehrere Klassen von Störungen:
- Satelliten-Handover: Alle paar Minuten wechselt das Terminal von einem Satelliten zum nächsten, während diese den Himmel überqueren. Jeder Handover kann einen kurzen Latenz-Spike oder momentanen Paketverlust verursachen.
- Temporäre Obstruktionen: Ein Baum, ein Gebäude oder ein Fahrzeug, das die Sichtlinie blockiert, verursacht plötzliche Signalverschlechterung. Bei festen Installationen ist das oft intermittierend; bei mobilen Deployments konstant.
- Wetterdämpfung: Starke Regenabschwächung reduziert Signalstärke und erhöht Fehlerraten.
- Netzwerküberlastung: Das Satelliten-Gateway oder das 5G-Core-Netz kann in Spitzenzeiten überlastet sein.
5G hat eigene Instabilitätsmodi: Basisstations-Handover, Carrier-Aggregation-Wechsel, Überlastung bei Veranstaltungen und Signalverschlechterung durch physische Hindernisse oder Entfernung.
Hier liegt das Kernproblem: In einem gebündelten Tunnel ohne Boost wirken sich diese Störungen nicht nur auf den degradierten Link aus. Wenn DWB Verkehr über einen Link sendet, der dann Paketverlust erfährt, müssen die verlorenen Pakete neu übertragen werden. Diese Retransmissions verbrauchen Tunnel-Bandbreite und führen zu Latenz auf dem Reassembly-Pfad. Das Ergebnis: Ein instabiler Link kann den Durchsatz des gesamten Bonds herunterziehen, selbst wenn die anderen Links einwandfrei funktionieren. Sie haben vielleicht zwei makellose Starlink-Terminals und eine instabile 5G-Verbindung — und der aggregierte Durchsatz wird durch das Verhalten des schlechtesten Links limitiert.
Genau dieses Szenario wurde mit SpeedFusion Boost gelöst. Durch die Isolation instabiler Links vom aktiven Durchsatzpfad stellt Boost sicher, dass eine einzelne degradierte Verbindung die Performance der verbleibenden gesunden Links nicht kollabieren lassen kann. Für Netzwerkingenieure, die Peplink in Umgebungen mit Starlink, 5G oder anderen verlustanfälligen Links im WAN-Mix deployen, ist das eine spürbare Veränderung im Verhalten gebündelter Tunnel unter realen Bedingungen.
Wie Boost instabile Links isoliert
Der technische Mechanismus hinter SpeedFusion Boost baut auf der Telemetrie auf, die DWB ohnehin bereits sammelt. SpeedFusion misst kontinuierlich Latenz, Jitter, Paketverlust und Durchsatz jedes WAN-Links. Boost fügt diesen Messungen eine übergeordnete Entscheidungsschicht hinzu.
So funktioniert die Isolation in der Praxis:
1. Instabilitätserkennung. Boost überwacht die Leistungsmetriken jedes Links in Echtzeit. Wenn das Verhalten eines Links einen Instabilitäts-Schwellwert überschreitet — anhaltender Paketverlust oberhalb einer bestimmten Rate, Latenzvarianz (Jitter) jenseits eines Schwellwerts oder eine Kombination aus beiden — klassifiziert Boost diesen Link als aktiv instabil. Das ist kein binäres Up/Down-Check, sondern eine abgestufte Bewertung der Linkqualität über ein rollierendes Fenster.
2. Durchsatzpfad-Reorganisation. Sobald ein Link als instabil markiert ist, reduziert Boost dessen Beteiligung am aktiven Durchsatzpfad des Bonds. Verkehr wird zu den stabilen Links umverteilt, die weiterhin mit voller Kapazität arbeiten. Der instabile Link wird nicht aus dem Tunnel entfernt — er bleibt für Redundanz verfügbar und kann in den aktiven Pfad zurückgeführt werden, sobald sich seine Metriken erholen.
3. Wiederherstellung und Reintegration. Boost bewertet die Linkbedingungen kontinuierlich neu. Wenn der zuvor instabile Link stabilisiert — der Satelliten-Handover abgeschlossen ist, die Obstruktion verschwindet, die Überlastung nachlässt — reintegriert Boost ihn schrittweise in den aktiven Durchsatzpfad. Diese Reintegration erfolgt gleitend, nicht abrupt, um eine erneute Durchsatzstörung zu vermeiden.
Der entscheidende Insight: Boost entkoppelt Durchsatz von Redundanz. Im Standard-DWB trägt jeder Link im Bond gleichzeitig zu Durchsatz und Redundanz bei. Boost erlaubt einem Link, für Redundanzzwecke im Tunnel zu verbleiben (er steht weiterhin für Failover bereit), während er vorübergehend aus der Durchsatzberechnung herausgenommen wird. Das bedeutet: Der aggregierte Durchsatz des Bonds reflektiert die Kapazität der gesunden Links, nicht den Durchschnitt aller Links einschließlich des degradierten.
Für Netzwerkingenieure ist der praktische Effekt vorhersehbar: Wenn ein WAN-Link in einem SpeedFusion-Bond degradiert, fällt der Tunnel-Durchsatz auf die Summe der verbleibenden gesunden Links zurück, anstatt durch Retransmission-Overhead weiter zu kollabieren. Das ist ein signifikanter Verhaltensunterschied in verlustanfälligen Umgebungen.
Praxis-Performance — 1,5 Gbps auf gebündeltem Starlink
Der auffälligste Praxiswert zu SpeedFusion Boost stammt aus Feldberichten mit gebündelten Starlink-Terminals.
Connectivity101, ein auf Peplink-Deployments spezialisiertes Fachportal, berichtet: „It is what makes cellular + Starlink bonds feel like fiber; we have measured close to 1.5 Gbps across bonded Starlink terminals in the field with Boost enabled." — also annähernd 1,5 Gbps aggregierter Durchsatz über gebündelte Starlink-Terminals mit aktiviertem Boost. Das ist ein Praxiswert, kein Hersteller-Benchmark unter Idealbedingungen. Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um eine Feldbeobachtung eines Drittanbieters, nicht um eine offizielle Leistungsspezifikation von Peplink. Peplink selbst macht zu Boost keine Durchsatzangaben; das Feature wird als Optimierer beschrieben, der instabile Links daran hindert, die Gesamt-Performance des Tunnels herunterzuziehen.
Was der Wert zeigt — und was nicht:
- Der Wert liegt in einer plausiblen Größenordnung. Starlink-Terminals liefern je nach Service-Tier typischerweise drei- bis niedrig-vierstellige MBit/s; dass ein gebündeltes Setup mit mehreren Terminals und Boost einen vierstelligen MBit/s-Wert erreicht, passt zu diesem Bild — ohne dass Peplink dazu eine offizielle Angabe macht. Die konkrete Aufteilung (Anzahl Terminals × Einzelleistung) ist in dem Feldbericht nicht dokumentiert.
- Der Isolationsmechanismus wird validiert. 1,5 Gbps über gebündeltem Starlink zu erreichen setzt voraus, dass die Handover-Ereignisse jedes Terminals effektiv von den anderen isoliert werden. Wenn selbst ein einziges Terminal-Handover durch den Tunnel kaskadieren würde, wäre der Aggregatwert messbar niedriger.
- Neue Deployment-Szenarien werden möglich. 1,5 Gbps über gebündeltem Satellit sind ausreichend für Anwendungen, die bisher Glasfaser erforderten — hochvolumiger Datentransfer, mehrere gleichzeitige Videostreams, Internetzugang für größere Außenstellen. Das verändert, was für abgelegene Standorte ohne terrestrische Konnektivität möglich ist.
Dabei ist anzumerken, dass der tatsächliche Durchsatz von der Anzahl der gebündelten Terminals, dem Starlink-Servicetier, den lokalen Bedingungen und der verwendeten Peplink-Hardware abhängt. Die 1,5 Gbps sind eine repräsentative Feldmessung, keine garantierte Untergrenze. Sie zeigt aber das Potenzial, das Boost in solchen Setups freisetzen kann.
Unterstützte Geräte und Aktivierung
SpeedFusion Boost wird in Firmware 8.6.0 auf einer breiten Palette von Peplink-Hardware unterstützt. Hier ist die vollständige Liste der unterstützten Gerätefamilien und Modelle:
B One Serie: B One, B One Plus, B One 5G
Balance Serie: Balance Two, Balance 20X, Balance 310 HW5, Balance 310 5G, Balance 310 Fiber 5G, Balance 305 HW2, Balance 310X, Balance 380 HW6, Balance 380X, Balance 580 (HW2,3), Balance 580X, Balance 710, Balance 1350, Balance 1350 EC, Balance 2500, Balance 2500 EC, Balance 5000 EC
BR Serie: BR1 IP55 HW4, BR1 Mini M2M, BR1 Mini HW3, BR1 Mini 5G, BR1 Mini Core HW3, BR1 Pro (CAT-20) HW7, BR1 Pro 5G, BR2 HW4, BR2 Micro, BR2 Pro HW4
Dome Serie: Dome Pro Duo, Dome Pro LR, HD1 Dome Pro
FusionHub: FusionHub (virtuelle Appliance — ermöglicht die Cloud-seitige Terminierung von SpeedFusion-Tunneln)
MediaFast Serie: MediaFast 500, MediaFast 750
Orbit Serie: MAX Orbit 2, MAX Orbit 4, MAX Orbit 8
Transit Serie: Transit Duo Pro, Transit Pro E
SpeedFusion Boost aktivieren
SpeedFusion Boost ist nicht standardmäßig aktiviert. Peplink hat diese Entscheidung bewusst getroffen, um die Abwärtskompatibilität zu schützen — jeder bestehende SpeedFusion-Tunnel verhält sich nach dem Firmware-Upgrade exakt wie zuvor. Administratoren müssen Boost explizit auf jedem SpeedFusion-Profil aktivieren, auf dem sie es nutzen möchten.
Die grundsätzliche Vorgehensweise:
- Auf Firmware 8.6.0 upgraden. Beachten Sie, dass mehrere Hardware-Modelle (BR1 Pro-Varianten, BR2 Pro, alle Dome-, Transit- und B One-Modelle) auf Firmware 8.5.4 stehen müssen, bevor auf 8.6.0 aktualisiert werden kann — planen Sie einen Zwei-Stufen-Upgrade-Pfad ein — Details dazu im Upgrade-Guide der Serie.
- Zur SpeedFusion-Profil-Konfiguration navigieren in Web Admin oder InControl 2.
- SpeedFusion Boost aktivieren auf dem gewünschten Profil. Der Schalter ist pro-Profile, sodass Sie Boost auf einigen Tunneln aktivieren und auf anderen deaktiviert lassen können.
- Vor dem Breitrollout testen. Peplinks Empfehlung ist eindeutig: Testen Sie Boost zuerst auf Nicht-Produktions-Profilen, insbesondere bei latenzsensitiven Anwendungen wie Sprachkommunikation, Video-Switching oder Livestreaming. Während Boost den Durchsatz optimiert, können die Auswirkungen auf Latenz und Jitter je nach Deployment variieren.
- Beide Endpunkte prüfen. SpeedFusion Boost erfordert Peplink-Hardware (oder FusionHub) auf beiden Seiten des Tunnels mit kompatibler Firmware.
Ob SpeedFusion Boost auch für Tunnel über SpeedFusion Connect (Peplinks gehosteter Bonding-Service) gilt, ist in den Release Notes nicht ausgeführt — prüfen Sie das vor einem produktiven Einsatz, wenn Ihre Tunnel über SFC terminieren.
SpeedFusion Boost vs WAN Smoothing — wann was einsetzen
SpeedFusion enthält ein weiteres etabliertes Feature, das ebenfalls mit instabilen Links umgeht: WAN Smoothing. Netzwerkingenieure fragen häufig, welches man einsetzen soll. Die Antwort hängt davon ab, wofür Sie optimieren.
WAN Smoothing: Optimierung auf Latenz und Paketverlust
WAN Smoothing funktioniert, indem es duplizierte Pakete gleichzeitig über mehrere WAN-Links sendet. Die Empfangsseite akzeptiert die Kopie, die zuerst ankommt, und verwirft die Duplikate. Das erzeugt Bandbreiten-Overhead (alles wird mindestens zweimal gesendet), reduziert aber Latenzschwankungen und Paketverlust drastisch — die Empfangsseite erhält immer die am schnellsten ankommende Kopie.
WAN Smoothing ist die richtige Wahl, wenn:
- Latenz und Jitter im Vordergrund stehen. Echtzeitanwendungen wie Sprachkommunikation, Videokonferenzen, Live-Produktionsfeeds und interaktive Sitzungen profitieren am meisten.
- Sie Bandbreitereserve haben. Der Duplikat-Paket-Ansatz von Smoothing verbraucht zusätzliche Kapazität. Wenn Ihre Links Spielraum haben, ist das in Ordnung. Wenn Bandbreite der Flaschenhals ist, macht Smoothing es schlimmer.
- Paketverlust minimiert werden muss. Durch redundante Kopien eliminiert Smoothing nahezuzu Verluste durch einzelne Link-Ausfälle.
SpeedFusion Boost: Optimierung auf Durchsatz
SpeedFusion Boost verfolgt einen anderen Ansatz. Anstatt Pakete zu duplizieren, isoliert er instabile Links vom aktiven Durchsatzpfad und lässt die gesunden Links den Verkehr mit voller Kapazität transportieren. Keine duplizierten Pakete, kein Bandbreiten-Overhead — aber auch keine aktive Verlustkorrektur auf den verbleibenden Links.
Boost ist die richtige Wahl, wenn:
- Aggregierter Durchsatz im Vordergrund steht. Große Dateitransfers, Internetzugang für Außenstellen, Backup-Replikation und jedes Szenario, in dem maximale Bandbreite zählt.
- Sie verlustanfällige Links bündeln. Starlink, 5G, Funkstrecken und andere Verbindungen, bei denen Link-Instabilität erwartet wird. Boost verhindert, dass die Instabilität eines Links den Bond kollabieren lässt.
- Bandbreiten-Overhead inakzeptabel ist. Anders als Smoothing dupliziert Boost keinen Verkehr. Wenn Sie es sich nicht leisten können, alles zweimal zu senden, ist Boost der Durchsatzoptimierer ohne Bandbreitenkosten.
Können beide kombiniert werden?
WAN Smoothing und SpeedFusion Boost adressieren unterschiedliche Aspekte der Link-Instabilität und können auf demselben SpeedFusion-Tunnel koexistieren. Sie optimieren jedoch für verschiedene Ziele: Smoothing für Latenz/Verlust, Boost für Durchsatz. In der Praxis werden die meisten Deployments eines auf Basis der primären Anforderung wählen:
- Echtzeit-, latenzsensitiver Verkehr → WAN Smoothing
- Maximaler Durchsatz über verlustanfällige gebündelte Links → SpeedFusion Boost
- Gemischter Verkehr → Pro Profil bewerten; latenzsensitiven Verkehr über ein Smoothing-Profil, Bulk-Verkehr über ein Boost-Profil routen
Einen breiteren Einstieg in Peplink-Bonding-Grundlagen bietet unser Beitrag Multi-WAN Bonding kurz erklärt.
Fazit
SpeedFusion Boost stellt eine bedeutsame Weiterentwicklung von Peplinks Bonding-Engine dar. Durch die Isolation instabiler Links vom aktiven Durchsatzpfad löst es ein reales Problem, vor dem Netzwerkingenieure beim Bündeln von Starlink, 5G und anderen verlustanfälligen WAN-Verbindungen stehen: das Szenario, in dem ein degradierter Link die Performance eines ansonsten gesunden Bonds kollabieren lässt.
Der Praxiswert von annähernd 1,5 Gbps über gebündelte Starlink-Terminals — berichtet von einer einschlägigen Fachquelle — zeigt das Potenzial von Boost für Außenstellen. Und weil Boost ein Per-Profile-Schalter ist, der standardmäßig deaktiviert bleibt, gibt er Administratoren volle Kontrolle darüber, wo und wie die Optimierung angewendet wird, ohne bestehende Tunnel zu stören.
Wenn Sie Peplink-Hardware auf Firmware 8.6.0 betreiben und Satelliten- oder Mobilfunklinks bündeln, sollten Sie SpeedFusion Boost auf Ihren Tunneln testen. Beginnen Sie mit einem Nicht-Produktions-Profil, messen Sie den Durchsatz vorher und nachher unter realistischen Bedingungen, und rollen Sie es dort aus, wo Sie den Nutzen sehen.
Bereit, SpeedFusion Boost in Ihrer Umgebung zu deployen? Als Peplink Gold Partner unterstützt Ascend Sie bei der Planung Ihres Firmware-8.6.0-Upgrades, der Konfiguration von SpeedFusion Boost auf Ihren Tunneln und der Performance-Validierung mit gebündelten Starlink- und 5G-Links. Kontaktieren Sie unser Netzwerk-Engineering-Team, um loszulegen.
FAQ
Ist SpeedFusion Boost standardmäßig aktiviert?
Nein. SpeedFusion Boost ist auf allen SpeedFusion-Profilen standardmäßig deaktiviert, um die Abwärtskompatibilität zu wahren. Bestehende Tunnel verhalten sich nach dem Firmware-Upgrade exakt wie zuvor. Administratoren müssen Boost explizit auf jedem Profil aktivieren, auf dem sie die Durchsatzoptimierung wünschen.
Funktioniert SpeedFusion Boost mit SpeedFusion Connect?
Das ist in den Release Notes nicht eindeutig dokumentiert. SFC folgt grundsätzlich den auf dem Router konfigurierten Tunneleinstellungen — ob Boost im SFC-Umfeld derzeit greift, sollten Sie vor dem produktiven Einsatz gegen die aktuelle Peplink-Dokumentation prüfen.
Verbessert SpeedFusion Boost Latenz oder Jitter?
SpeedFusion Boost ist in erster Linie ein Durchsatzoptimierer. Seine Auswirkungen auf Latenz und Jitter hängen vom spezifischen Deployment ab. Peplink empfiehlt, Boost vor dem Aktivieren auf Produktionsprofilen zu testen, insbesondere bei latenzsensitiven Anwendungen wie Sprachkommunikation, Video-Switching oder Livestreaming. Wenn Latenz und Jitter Ihre primäre Sorge sind, kann WAN Smoothing die bessere Wahl sein.
Kann ich SpeedFusion Boost mit Nicht-Peplink-Hardware nutzen?
Nein. SpeedFusion Boost erfordert Peplink-Hardware (oder FusionHub) auf beiden Seiten der SpeedFusion-Verbindung. Sowohl der Hub- als auch der Spoke-Router müssen das Feature unterstützen und kompatible Firmware (Firmware 8.6.0 oder neuer) ausführen. Es kann nicht mit VPN-Endpunkten Drittanbieter verwendet werden.
Welche Peplink-Geräte unterstützen SpeedFusion Boost?
SpeedFusion Boost wird unterstützt auf der B One Serie, Balance Serie (Two bis 5000 EC), BR Serie (BR1- und BR2-Varianten), Dome Serie (Pro Duo, Pro LR, HD1 Dome Pro), FusionHub, MediaFast Serie, Orbit Serie (2/4/8) und Transit Serie. Die vollständige Modellliste finden Sie oben im Abschnitt zu unterstützten Geräten.
AI-Disclosure: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und verfasst und vor der Veröffentlichung von Ascends Peplink-zertifizierten Ingenieuren geprüft. Technische Aussagen zu SpeedFusion Boost basieren auf Peplinks offizieller Firmware-8.6.0-Dokumentation, Peplink-University-Ressourcen und einem zitierten Feldbericht von Connectivity101. Für autoritative Spezifikationen konsultieren Sie stets Peplinks offizielle Release Notes und Dokumentation.
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