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Peplink 5G nachrüsten: Warum moderne 5G-Modems vier Antennenpfade brauchen

4 Min. Lesezeit
Peplink 5G nachrüsten: Warum moderne 5G-Modems vier Antennenpfade brauchen

Ein bewährtes Setup in vielen Unternehmen: Ein Peplink B One bündelt den Festnetzanschluss mit einem Mobilfunk-Router als zweitem WAN. Beim Umstieg von LTE auf 5G folgt dann häufig eine Überraschung – die vorhandene 2×2-MIMO-Antenne mit ihren zwei Anschlüssen passt nicht mehr zum neuen 5G-Gerät, denn moderne 5G-Modems benötigen vier Antennenpfade. Warum das so ist, welche Peplink-Optionen es gibt und worauf Sie bei der Planung achten sollten, lesen Sie hier.

Warum vier Antennenpfade? Der Blick in den 3GPP-Standard

Das wichtigste 5G-Kapazitätsband in Deutschland ist n78 (3,3–3,8 GHz) – hier liefern die Netzbetreiber die hohen Datenraten, für die sich der Umstieg auf 5G lohnt. Genau für dieses Band schreibt der Mobilfunkstandard eine Mindestausstattung vor: Die 3GPP-Spezifikation TS 38.306 verlangt für Endgeräte in den Bändern n77/n78/n79 (und einigen weiteren) mindestens vier Empfangsantennen.

Dahinter steckt 4×4 MIMO: Vier räumlich getrennte Antennenpfade übertragen parallel mehrere Datenströme. Das verdoppelt gegenüber 2×2 MIMO nicht nur den möglichen Durchsatz im Downlink, sondern verbessert auch die Verbindungsstabilität – bei nur zwei angeschlossenen Antennen halbiert sich der Durchsatz ungefähr, und die Verbindung reagiert deutlich empfindlicher auf Abschattungen einzelner Antennenelemente. Die Vier-Antennen-Anforderung ist also keine Hersteller-Eigenheit, sondern Standardvorgabe.

Alle Peplink-5G-Geräte besitzen vier Antennenanschlüsse (A/B/C/D). Ob ein Betrieb mit nur zwei angeschlossenen Antennen möglich ist, hängt von der Modemgeneration ab:

  • Ältere Generation („5GH“, Qualcomm X55): Diese Geräte boten ab Firmware 8.3.0 einen offiziellen „2× Antenna Mode“ (Anschlüsse A und D). Der Kompromiss war deutlich: LTE fällt von Cat 20 auf Cat 16 zurück, einzelne Bänder entfallen, und gerade auf n78 dokumentiert Peplink eine spürbar geringere Verbindungsstabilität. Diese Produktgeneration ist inzwischen abgekündigt und nicht mehr regulär lieferbar.
  • Aktuelle Generation („5GN“, Qualcomm X62): Hier gilt laut Peplink eindeutig: Alle vier Antennenpfade müssen belegt sein. Einen 2-Antennen-Modus gibt es nicht mehr; wer nur zwei Anschlüsse belegt, verliert unter anderem das Band n78 komplett – also genau das Band, für das man 5G nachrüstet.
  • Neueste Generation („5GK“, Qualcomm X65): Zu einem 2-Antennen-Betrieb liegen keine offiziellen Aussagen vor. Für die Planung gilt deshalb grundsätzlich: vier Antennenpfade einkalkulieren.

Die praktische Konsequenz: Eine vorhandene 2×2-Antenne lässt sich an aktueller Peplink-5G-Hardware nicht mehr allein weiterbetreiben. Sie brauchen vier Pfade – entweder über eine 4×4-Antenne oder über zwei identische 2×2-Antennen, denn Peplink empfiehlt an allen vier Anschlüssen Antennen gleichen Typs und gleicher Leistung.

Der Peplink B One bietet zwei Gigabit-WAN-Ports, Wi-Fi-WAN und einen USB-C-WAN-Anschluss – ein eigenes Mobilfunkmodem hat er nicht. Für 5G als zweites WAN gibt es drei lieferbare Wege:

1. Der 5G Adapter als externes Modem: Der Peplink 5G Adapter (ADP-5GZ-T-PRM) wird per 2,5-Gigabit-Ethernet an einen WAN-Port des B One angeschlossen. Wichtig für die Planung: Er wird über 802.3at PoE oder ein eigenes Netzteil versorgt – der B One liefert kein PoE, ein PoE-Injektor gehört also auf die Stückliste. Für die vier Antennenpfade bietet sich eine kompakte 4×4-Rundstrahlantenne wie die Poynting XPOL-1-5G (A-XPOL-0001-V2-41) an: eine einzige Antenne mit vier SMA-Anschlüssen, 617–3800 MHz (n78 inklusive), montierbar an Fenster, Wand oder Mast.

2. Alles in einem Gerät – der B One 5G: Der Peplink B One 5G integriert das 5G-Modem direkt in den Router und bringt zwei SIM-Slots mit. Wer ohnehin über eine Erneuerung nachdenkt, ersetzt damit Router und separaten Mobilfunk-Router in einem Schritt – auch hier mit vier Antennenanschlüssen für den vollen 5G-Betrieb.

3. Ein eigenständiger 5G-Router als Zuspieler: Für anspruchsvollere Installationen liefert der Peplink MAX BR1 Pro 5G die neueste 5G-Modemgeneration („5GK“); kompakter und günstiger übernimmt der Peplink MAX BR1 Mini 5G diese Rolle – er ist zugleich das Gerät, das Peplink als Nachfolger des eingestellten MAX Adapter 5G positioniert. Beide speisen den B One über Ethernet als zweites WAN.

Checkliste für die Planung

  • Antennenpfade: Vier Pfade vorsehen – eine 4×4-Antenne oder zwei identische 2×2-Antennen. Eine einzelne 2×2-Antenne genügt an aktueller 5G-Hardware nicht mehr.
  • Frequenzbänder: Für das Netz der Telekom sollten LTE B1/B3/B7/B8/B20/B28/B32 sowie 5G n1/n3/n28/n78 abgedeckt sein – sowohl vom Gerät (regionale SKU-Variante beachten) als auch von der Antenne.
  • Stromversorgung: Ethernet-basierte Adapter benötigen PoE oder ein eigenes Netzteil; das gehört mit auf die Stückliste.
  • Firmware: Den B One aktuell halten – USB-WAN setzt mindestens Firmware 8.1.1 voraus, IP-Passthrough steht ab Firmware 8.5.0 bereit.
  • Empfangswerte vergleichen: RSRP, RSRQ und SINR vor und nach dem Umbau messen – so lässt sich der Gewinn durch 5G und die neue Antennenkonfiguration sauber belegen.

Fazit

Die Vier-Antennen-Anforderung moderner 5G-Modems ist im Standard verankert und lässt sich nicht wegkonfigurieren – wer sie bei der Migration von LTE auf 5G früh einplant, vermeidet Fehlkäufe und Nachbestellungen. Alle vorgestellten Geräte und Antennen sind bei uns lieferbar. Sie sind unsicher, welche Variante zu Ihrem Standort und Ihren Empfangsbedingungen passt? Unser Team berät Sie gern bei Auswahl, Bandabdeckung und Antennenplanung.

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